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Projekt XY

8. Mai 2017

Projekt XY

Gefangen in nem kleinen Zimmer, man denkt es ginge nicht mehr schlimmer

der Ausblick jeden Tag der Gleiche, für Arme reicher als für Reiche,

der Weg geht immer geradeaus, von Kurven nicht zu träumen,

wir starren aus der Kammer raus, ohne uns aufzubäumen.

Wir mögen unsren Blick nach vorn, alles im Nacken irritiert,

Rundumblick ist für uns verlorn, wir haben ihn ja nie probiert.

Wir genießen alles uns Bekannte, umarmen es mit Euphorie,

die Fremde ist für uns verbannte, fremde Stimme die einst schrie.

Das war in längst vergang’nen Tagen, als in Kinderschuhen wir gesteckt,

doch Neugier und der Rundum-Ausblick, sind lange schon geschickt erstickt.

Wir fügten uns im jungen Alter, den Bahnen die für uns bestimmt,

und warten nun – kommen nicht mehr weiter – da wir viel zu kleinlich sind.

Der Blick nach vorn aus unsrem Zimmer, wie ein Tunnel geradeaus,

wir könnten ihn ganz einfach ändern, doch die Idee ist uns ein Graus.

Das Neue ist für uns der Feind, alles im Bilde schön und gut

doch kommt ein Vogel rein geflogen, schreien wir ihn fort mit unsrer Wut.

Nun sind wir langsam alt geworden, der Nacken steif vom Blick nach vorn,

wir stieren stets aufs uns Bekannte, starren eisig, unverfror’n.

Hinter uns die schönsten Bilder, neben uns der schönste Traum,

unsre Welt könnte so weit sein, blickten wir uns um im Raum…..

Dummheit macht stur, ist sie ein Segen? Manche sagen ganz klar: Ja!

Doch ich wage zu behaupten, gesegnet ist wer stets mehr sah.

Eure Welt birgt wahre Wunder, also seht sie euch ruhig an,

jeder kann sehen und verstehen der in Gedanken wandern kann.

Erweitert eure Horizonte, geht mal um ein Bild herum,

denn wer nur sieht die eine Seite, bleibt auf ewig stur und dumm.

Blickt euch um in eurem Zimmer, löst euch von dem Blick nach vorn,

geniest mit mir den Rundum-Ausblick, werdet mit mir neu geborn!!

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von Carl Knüpfer

Der Mensch an sich, gefangen in Metamorphose?

2. September 2015

Der Mensch an sich

Der Mensch an sich, ein komisch Tier,

es reift, es lernt, doch bleibt stets vier.

Wissbegierig durch die Welt,

manch eines wähnt sich gar als Held,

stets aufgeweckt und immer munter,

lebt es mit Liebe, Gier und Plunder.

Es begreift sich gleich mit Gott,

das Leben sieht es als Komplott,

ein Rätsel welch zu lösen gilt,

das Ego, bestimmt hier das Bild.

Es malt sich bunte Fantasien und schmiedet Pläne aus der Luft

es reimt und träumt und wittert schnell, des eignen Sieges Duft.

Doch zu viel malen ist gefährlich, das Bild, das wird oft zu real

und schöne Pläne und Ideen, kippen, werden radikal…

Es stört es nicht, es merkt es nicht, es lebt in seinem Bilde,

und stört man es, so sagt es sich, wir führten was im Schilde.

Wie jeder weiß ist Wissen wuchtig, vor allem zu glauben was man weiß,

doch schmeckt der Glaube auch sehr fruchtig, bleibt verdaut ja doch nur Scheiß.

Der Mensch an sich, ein komisch Tier,

es glaubt, es träumt, erwacht es HIER?

von Carl Knüpfer

Wie immer, in blau die Audiodatei

19. April 2010

Übergewichtig

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Manche Menschen denken manchmal,

ihre eigne Meinung wäre famos,

Fahnen flattern dürftig fatal,

und machen keinen ihrer Träger groß.

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Sie trauen trauernd, dauernd lauter schreiend

andren Zeiten hinterher,

oder aber wollen Meinungs-befreiend

Zukunft ändern. Bitte sehr!

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Doch erst wer in sich selbst nach Fehlern sucht,

und sie nicht stets woanders sieht,

entkommt vielleicht des Lebens ewig Fluch,

den jeder seit der Zeugung lebt.

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Der Fluch des Wissens, ist kein Hut,

und aufgesetzt oder auch nicht,

tut er – so selten – Menschen gut,

doch Wissen ist, des Menschens Pflicht.

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Befreiend wirken, auch noch auf andre,

das kann man höchstens nebenbei,

denn Hauptberuflich – mit Gewande –

ist Freiheit schreien: Schweinerei!

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Drum wisset fortan, logisch folgernd:

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Wer weiß: Der weiß, er weiß nicht alles,

wer alles weiß, der weiß doch nichts,

denn Wissen ist – im Fall des Falles –

stets eine Frage des Gewichts!

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von Carl Knüpfer