Frisch aus meinem eigenen Druckstall:

4. Juli 2011

Druckställe

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Wir leben und wir reden,

wir lieben und wir schenken,

wir nehmen und wir geben,

wir selbst, wir sind das Beben.

Wir drücken uns vor unsren Pflichten,

wir verstecken uns im Schein,

wir scherzen während wir vernichten,

und wir denken wir sind rein.

Wir nehmen noch mit vollen Händen,

wir suhlen uns im Reiz,

der eigne Glanz an unsren Wänden,

kündet das Gegenteil von Geiz.

Wir leben in Wüsten aus Beton,

vermengt mit Stahl und Rest-Natur,

und spricht mal einer schlecht davon,

nenn‘ wir ihn verrückt und lachen nur.

Wir schreiben der Menschheit Wahrheit nieder,

gar täglich wieder aufs Neue,

ja, wir singen täglich unsre Lobeslieder,

und sind der Druckställe Säue.

Wir schreiben und wir glauben,

wir nehmen und wir rauben,

wir reißen und wir brennen,

vor unsrem Selbst, sollten wir rennen…

von Carl Knüpfer

Hier das Gedicht zur Silberhochzeit (inklusive Alfred Bonus)

20. Juni 2011

Die Silberhochzeit

 

Wir saßen Letztens bei der Planung

von Essen, Trinken und Musik,

und am Ende dessen, ohne Warnung,

gab‘s nur noch eins was übrig blieb:

Ein Gedicht müsste noch her, dass sagten sie zu mir,

um Liebe müsst es gehen, geschrieben wohl von dir…

Jetzt bin ich nicht grad der Experte im Abdruck von Gefühltem,

viel eher liegen meine Stärken beim Trinken von Gekühltem.

Trotz dessen werd ich‘s mal probieren,

aus reiner Liebe  -nur für euch-

Denn will ich euch ja nicht frustrieren

und: KEINE Rede, halt ich auch!

Also:

Das Ganze geht um zwei Personen,

die haben sich wohl gern,

weil sie schon lang zusammen wohnen,

was muss ich da jetzt noch  erklär‘n?

Sie halten es nun schon einunddreißig Jahre miteinander aus,

an dieser Stelle: Anerkennung, und: Kurze Pause – für Applaus!

Natürlich gab es nicht nur Höhen…

doch was ist ein Berg schon  ohne Aufstieg,

und beim Erforschen unserer Tiefen,

gibt es eh erst richtig Auftrieb.

Auch Liebe hegen muss man lernen,

manche schaffen das wohl nie,

doch sie griffen nicht nach Sternen

und ihre Liebe, die gedieh.

Gemeinsam durch die Weltgeschichte,

dass nahmen sie sich zu Herzen,

sie zogen nun schon öfters um,

als die meisten Deutschen scherzen.

Von Herne bis nach Washington,

von Bonn durch Essen nach Berlin,

und insgeheim plan‘ sie wohl schon,

wohin sie nächsten Monat ziehen…

Doch auch die Kinder wurden groß geschrieben,

und das nicht nur im Namen,

und so sind wir den beiden (meistens) treu ergeben,

zumindest, im Familienrahmen.

Wir (vor allem ich) bauten so manchen Blödsinn,

doch warn sie immer für uns da,

und haut im Leben mal was nicht so hin,

sind sie uns beiden immer nah!

Mit viel Verständnis und ihrer Liebe,

so haben sie uns treu geführt,

zwar gab es verbale Seitenhiebe,

doch bin ich trotzdem tief gerührt!

An dieser Stelle, will ich  euch danken…

ja Mutter, ganz herzlich sogar dir!

Ohne euch wär ich verloren und unverstanden,

mein ich formte allein das Wir!

Doch jetzt habe ich langsam genug gerührt,

sonst wird das Ganze hier doch zur Rede,

ich bin sicher es haben alle gespürt,

wie schlimm es wär, wenn es euch nicht gäbe!

((Und genug auch zur Geschichte,

die ist den meisten eh bekannt,

drum sei das Nächste was ich hier berichte:

Dem Alfred ist die Sau verbrannt!))

von Carl Knüpfer

Erkannt?

5. April 2011

Was den Mensch vom Tiere
trennt…

von Carl Knüpfer

 

Seit die Menschheit ihre Entwicklung dokumentiert, und wahrscheinlich auch schon eine ganze Weile davor, leben wir in der Gewissheit dem Tiere überlegen zu sein. Doch wie groß ist diese Überlegenheit und wodurch zeichnet sie sich aus?

Der wohl bedeutendste, jemals proklamierte Unterschied zwischen Mensch und Tier – die Beseeltheit – gerät durch die neusten Erkenntnisse der Verhaltensforschung ins Wanken. Denn was zeichnet die Anwesenheit einer Seele aus, welche wissenschaftlich rein gar nicht nachzuweisen ist?

Zum einen die Fähigkeit zu denken, diese wurde aber inzwischen auch oft genug anhand von Versuchen bei Tieren nachgewiesen, ja bei einigen Arten konnten sogar Träume dokumentiert werden.

Somit scheinen Tiere, zumindest aus der Sicht von René Descartes (Philosoph und Wissenschaftler des frühen 17. Jahrhunderts) – zumindest einige von ihnen – zu sein, denn für ihn galt: “Ich denke, also bin ich.”

Das Tiere denken können müssen, wurde uns relativ schnell bewusst, es ist zu offensichtlich, als dass die Wissenschaft es über Jahrhunderte hätte ignorieren können, daher widmen wir uns nunmehr dem nächsten proklamierten Unterschied zwischen Mensch und Tier, den Gefühlen:

Endlich ist die Verhaltensforschung an einem Punkt angelangt, an welchem es ihr möglich ist Gefühle – zumindest bei höheren Wirbeltieren – eindeutig nachweisen zu können. Inzwischen sind es nicht mehr nur die Heimtierbesitzer die sich sicher sind, dass ihr Hund / ihre Katze sie zu trösten versteht, dass diese in gewissem Maße mitfühlend sind. Auch führende Wissenschaftler aus dem Bereich der Verhaltensforschung sind sich inzwischen sicher: Gefühle gibt es auch bei Tieren, Schimpansen verfügen über Grundbausteine der Moral und das Sozialverhalten von Meerschweinchen ist in mancherlei Hinsicht weiter entwickelt als das Unsere, weil eindeutig friedliebender (siehe: Wie Tiere fühlen, Der Stern, Ausgabe 47, 18.11.2010).

Was bleibt nun noch, was uns vom Tiere trennt? Professorin Dr. Rita Casale, seit 2009 Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft / Theorie der Bildung an der Bergischen Universität Wuppertal, ist sich sicher, es sei die Erziehung.

Doch was genau verstehen wir unter Erziehung? Im Prinzip ist Erziehung „nur“ die gezielte / bewusste Weitergabe von kulturellen Grundlagen, wie Sozialverhalten und Sprachgebrauch um die Entwicklung des Charakters zu fördern.

Was unterscheidet nun noch genau die Erziehung eines Menschenkindes innerhalb unserer Sozialstrukturen von der eines Schimpansenjungtieres innerhalb einer Schimpansengruppe?

Auch hier werden bestimmte Sozialverhalten weitergegeben, auch hier wird der richtige Sprachgebrauch gelehrt. Bleibt zu
klären, ob die Erziehung des Affenjungtieres bewusst geschieht, oder rein instinktiv, wobei ja – wie oben bereits erwähnt – gerade bei Schimpansen sogar Grundbausteine der Moral nachgewiesen werden konnten…

Also gut, was bleibt uns jetzt noch übrig? Wir denken, Tiere auch; wir Träumen, Tiere auch; wir erziehen bewusst, Tiere erziehen bewusst oder unbewusst (?); wir erkennen uns Selbst als Individuum, auch bei einigen Tieren wurde dies unumstößlich nachgewiesen…

Was uns vom Tiere trennt ist die Kultur, könnte man meinen, aber wie bereits angedeutet, sind auch einige Tiere durchaus “kultiviert“, haben z.B. Gruppen spezifischen Sprachgebrauch (Wale, Affen, Vögel), oder benutzen einfache Werkzeuge (Menschenaffen), oder geben ihr Wissen um Heilpflanzen an ihre Nachkommen weiter (Schimpansen, Gorillas).

Es ist also nicht die Kultur die uns von Tieren trennt, zumindest nicht von allen, sondern höchstens der Grad der kulturellen Entwicklung, wobei man die menschliche Entwicklung hierbei ganz objektiv betrachten muss und dann eigentlich nur zu der Erkenntnis kommen kann, dass eine Kultur, welche ihren eigenen Nährboden zerstört, nicht als fortschrittlich, sondern höchstens als überlegen aggressiv und parasitär bezeichnet werden kann. Man sehe sich nur einmal Satellitenfotos unserer
Siedlungsgebiete bei Nacht an. Das Netz aus Lichtern und Straßen greift in einer Art und Weise ineinander über und begräbt die natürlichen Schätze unserer Umwelt mit einer Rücksichtslosigkeit, wie sie im übrigen Tierreich nur bei wenigen, deutlich kleineren Vertretern vorkommt: Bei einigen – meist parasitären – Pilzarten und bei Krebszellen.

 

Was uns – meiner Erkenntnis nach  zumindest theoretisch- vom Tiere trennt, ist das Wissen, dass alles Leben, egal wie klein, oder wie weit entwickelt, ein Teil unserer Entstehungsgeschichte ist. Erst wenn wir diese Tatsache vollständig verinnerlicht haben, einhergehend mit der Erkenntnis, dass alles was uns evolutionär sehr ähnlich ist auch sehr menschlich seien kann, erst wenn wir uns wieder daran erinnern, denn so klug waren wir einst, dass alles Leben heilig ist und auch so behandelt werden muss, egal welcher Religion man angehört, erst dann werden wir den nächsten evolutionären Schritt auf der Leiter machen können, denn nur so erleben wir den Morgen danach:

 

Der Morgen danach

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Die Menschheit machte sich zu Nütze,

Jahrhunderte lang die Religion zur Stütze.

Doch auf der Suche nach dem Glauben,

gelang es ihr nur, sich dessen zu berauben.

Wissenschaft und Eitelkeit,

haben die Abhängigkeit geheilt!

Und so verlor die Religion,

stetig ihren Sinn,

ihren allerliebsten Sohn

und schleppt sich schleichend nun dahin.

Doch Mensch zeigt ob verlorner Treue:

Gelassenheit, statt großer Reue.

Jetzt irrt er herum durch Zeit und Raum,

völlig verloren – wie in einem Traum –

hofft nun auf den Gott im Mensch,

im Mensch der mit sich selber kämpft.

Die Krücken – haben wir fort geschmissen,

doch der Verlust – hat ein tiefes Loch gerissen.

Doch Mensch sieht Licht am Horizont,

vom Ende bleiben wir noch verschont.

Wir spüren, wir müssen dringend erwachen,

und wissen instinktiv – wir werden es schaffen.

 

Aller Zweifel wird nun aus dem Weg geräumt,

denn wir haben wahrlich lange genug geträumt.

 

Wir sind erwacht und wie hypnotisiert,

noch ahnen wir nur was mit uns passiert,

wir wissen nun, die wahre Göttlichkeit,

ist alles und jedes was auf der Erde weilt.

 

Unsere Rettung ist nun nicht mehr weit,

denn sie schlummert in Natur und Natürlichkeit,

 

– im kleinen Rest davon, der uns noch bleibt.

 

Der Segen und zugleich der Fluch des Menschen ist es, nur zu glauben was er unwiderruflich zu wissen meint.

 

Und darin liegt der weitaus bedeutendere Unterschied zwischen Mensch und Tier, zumindest soweit wir wissen:

Wir sind uns unserer Handlungen in der Regel bewusst, wir können uns selbst rückblickend beurteilen, unser Handeln auswerten und unsere Zukunft aktiv planen.

Wir haben all das in Händen, was unseren Verwandten fehlt: Die Möglichkeit alles Leben, nicht nur das unsere, bewusst zu schützen, aber eben auch die Möglichkeit aktiv und leider auch oft bewusst, dieses zu beenden…

Da mir im Moment leider die Software zur Erstellung der Vorlesungen fehlt, wieder ohne audio Unterstützung:

26. Oktober 2010

Unikum(me(h)r)

 

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Kennt ihr das Gefühl der Sätte,

nach Aufnahme von Neuem Wissen?

Das gibt’s an jeder Bildungsstätte,

serviert oft leider zu verbissen.

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Was nützt Erkenntnis, wenn sie schmerzt,

bringt Wissen reingeprügelt weiter?

Man fragt, ob der Dozent wohl scherzt,

denn so macht lernen gar nicht heiter.

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Doch das Ziel – auch des Studenten –

ist nun mal der Weg dahin

und so hilft’s nicht, wenn wir denken,

dieser Weg der wäre schlimm.

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Bedenkt: Die Aufnahme von Wissen,

ist wie für Mütter die Geburt,

nicht einfach, manchmal echt beschissen,

doch wird für den Erfolg gespurt.

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Für Männer sei hier angemerkt:

Die Geburt ist wahrlich kein Genuss,

wer Kinder kriegt gehört verehrt,

man sagte mir es sei: “Wie’s kacken einer Kokosnuss!”

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Drum drückt euch tapfer durch die Wand von Wissen,

die Erleuchtung, die wird schon noch kommen,

und fühlt ihr euch verloren und beschissen,

freut euch auf sie, sie macht benommen!

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von Carl Knüpfer

Da geht wieder was: Des Nebels Bann, noch ohne audio…..

23. Oktober 2010

 

Des Nebels Bann

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Wenn es draußen langsam kälter wird,

wenn die Blätter sich bunt färben,

wenn zum ersten Mal der Fluss zufriert,

liegt uns’re Seele oft in Scherben.

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Zu kalt der Tag, zu lang die Nacht,

die Eingewöhnung: schmerzlich…

Und überall bekommt man nun gesagt:

Depressionen seien herbstlich.

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Wir zittern schon tags im kalten Wind,

und im Warmen in der Seele,

und fühlen uns zur Einsamkeit bestimmt,

mit der auch ich mich gerne stähle.

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Doch nicht nur dunkel ist der Herbst,

nicht nur immer nass und kalt,

ein Meer von Farben tilgt den Schmerz

und färbt herrlich ein den Wald.

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Die Freude, die uns verloren scheint,

sie ist auch hier ganz leicht zu finden,

aber da der Himmel so oft weint,

schaffen wir’s schnell, ihr zu entschwinden.

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Drum öffnet euch für kalte Schönheit,

freut euch an den bunten Blättern,

und eure Sicht wird schnell befreit,

und hilft den Nebel zu zerschmettern.

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Genießt das Leben auch im Dunkeln,

zündet abends öfters Kerzen an,

und eure Seelen werden funkeln,

gebrochen wird des Nebels Bann.

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von Carl Knüpfer

Heute wieder etwas Neues, passend zum Wetter:

29. Juli 2010

Nebel

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Weiß mal wieder nicht warum,

doch es geht mir schlecht,

ein Nebel liegt auf mei’m Gemüt.

Meist ertrage ich ihn stumm,

und merke gar nicht recht,

welchen Ärger ich da hüt:

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Die Welt erscheint mir grau zu sein,

das Atmen fällt mir schwer,

zu andren bin ich schnell gemein,

und wehe es gibt Gegenwehr!

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Ich schaue durch den grauen Schleier,

der jedweden Ärger schwer verstärkt,

und bin ein wenig wie ein Geier,

der meistens nur den Tod verehrt.

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Doch keine Angst, ich bin nicht manisch,

nur ein bisschen depressiv,

und wirk ich auch ein wenig panisch,

ist doch der Schleier regressiv!

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Schon Morgen, da bin ich mir sicher,

erstrahlt die Welt in neuem Glanz,

ihr werdet hören wie ich kicher

und dann zeig ich meinen Freudentanz!

von Carl Knüpfer

Für all die Leute, die uns mit Schatten ihrer Realität zu blenden versuchen!

27. Juli 2010

Platon hat’s wohl kommen sehn

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Rotzlöffelrausposauner aufgepasst,

jetzt sag ich euch mal endlich das,

was alle euch schon immer sagen wollten,

und das so ungeschminkt wie sie es sollten!

Ihr seid verbale Schmierfinken,

haltet euch dabei für schlau,

bringt schreiend Meinungen an die hinken,

und das mit Dudenlotto-Wörterklau.

Wer andere dumm plakatiert,

ist selber nicht viel besser,

– drum werde ich es auch mit euch nicht tun –

doch – Werteschlächter  – aufgepasst,

– und dann doch lieber nicht marschiert –

denn dem Amokläufer mit dem Messer,

–  möge auch er in Frieden ruhen –

habt genau ihr die Welt verhasst gemacht,

so wie es euch grad auch passiert…

Es gibt keinen wirklich guten Grund,

um andere spottend zu verschmähen,

im Ganzen ist es geistig ungesund,

nicht mal aus der  Höhle hinaus zu spähen…

Darum hoffe ich inbrünstig für euch,

und überhaupt für alle Hasser,

dass ihr merkt, dass ihr die Welt verseucht,

wie Leichen das Brunnenwasser!

von Carl Knüpfer

Heute lese ich vor: Flugangst

26. Juli 2010

Flugangst

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Wenn ich in ein Flugzeug steige,

bezwing ich meine Angst,

es ist Vernunft, mit der ich meiner Panik zeige,

hier hat sie ausgetanzt.

Ich klemme mich in eine Reihe

von mordsmäßig engen Sitzen,

prompt kann sich die Angst befreien

und ich fange an zu schwitzen,

ich erwische mich beim Blick durchs Fenster,

such nach Rissen im Getriebe,

stell’ mir vor, dort spiel’n Gespenster

mit Lebenszeitsand und einem Siebe!

Dann plötzlich brüllen die Turbinen,

das Flugzeug startet durch zum Flug,

ich geb mein Leben ab an die Maschinen

und spüre einen sanften Zug,

nur einen Hauch von Eiseskälte, der schnell an mir vorüberzieht,

mich nur leicht antippt, aus Versehen,

als ob mir der Tod schon mal ein Zeichen gibt,

und kann es auf einmal nicht verstehen,

dass ich mich wieder in so einen Vogel wagte,

ganz und gar nicht überlegt und dumm,

und vor dem Flug gar kaum verzagte,

nach dem Motto: Du kommst da drinnen schon nicht um!

So langsam wird es langsam besser,

das Flugzeug schwebt durch eisge Höhen,

doch kaum kommt das totgekochte Kochvergehen,

schwingt schon der Tod wieder das Messer,

das Flugzeug packen turbulente Böen!

In Gedanken kann ich mich brennen sehen,

schon übermannt mich meine Panik wieder,

Schweißtropfen brechen plätschernd aus,

ich schließ die Augen, trällere Lieder,

doch dann will das tot Gekochte raus

und schon ist’s mit der Fassung aus,

schnell greif’ ich vor mich an den Sitz,

wo ich die Rettung vermute,

taste bebend, zitternd wie der Blitz,

links nach Tüte, rechts nach Schnute!

Kaum ist es gelungen, das Verbrechen,

landen wir auch schon,

so langsam kann ich auch wieder sprechen,

doch hör ich selbst noch keinen Ton,

denn in Gedanken sehe ich

bereits des Urlaubs nahes Ende,

der Rückflug wartet schon auf mich

und meine feucht geschwitzten Hände……

von Carl Knüpfer

Heute im Angebot: Heimweh, mit klick auf blau auch für die Ohren!

23. Juli 2010

Heimweh

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Eines denkbar schön erträumten Tages,

ging ich in der Welt spazieren,

es begann am Fenster meines Bades,

dort fing ich an zu sinnieren.

Ich sah blau und weiß und gelbe Sonne,

eine Mücke, Hummel und Vogel,

das Wetter war mir eine Wonne,

so fernab vom Alltagsgejodel.

Nach kurzer, ja sinnlicher Pause,

schwang ich mich ganz schnell in die Lüfte,

doch stieß mich dabei an der Brause,

und prellte mir ganz leicht die Hüfte.

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Bald schon flog ich durchs weite Blau,

und störte mich nicht an dem Schmerz,

genoss die Aussicht, dachte mir: Wow!

Aber die Flügel waren ein Scherz.

Ja, ich war keineswegs ein Falke,

nicht einfach elegant und leicht,

mein Flug glich eher dem vom Alke,

auch für ne Hummel hät’s gereicht.

Das war dann wohl dieser Moment,

wo man glatt schon im Traum erkennt,

dass im Schlaf nur der Körper pennt,

während man geistig weiter rennt.

Ich erwachte schweiß gebadet,

von meinem anstrengenden Flug,

zwar hätte weiterschlafen nicht geschadet,

doch war der Flug ja nur Betrug.

Das Unterbewusstsein rattert stetig weiter,

wie ein Roboter im Standby,

und machen Träume uns auch immer wieder heiter,

ist immer Wahrheit mit dabei.

So dachte ich bei mir im Stillen,

was war wohl mit dem Flug gemeint?

Bin ich zu plump für freien Willen,

sind Geist und ich gar nicht vereint?

Träumen wir nur deshalb vom Fliegen,

weil in den Lüften unsre Seele wohnt,

hat sie sich nur für uns entschieden,

weil sie danach etwas dafür belohnt?

Ja, Träume sind Gedankengänge,

die geh’n wir alle gerne,

doch sind es ganz bekannte Klänge,

vom Heimweh nach der Ferne.

von Carl Knüpfer

Heute mal wieder etwas ernster mit: Schnee von Gestern, natürlich mit Vorlesung!

21. Juli 2010

Schnee von Gestern

Unglaublich Selektive Aggressoren,

führen stets Krieg für Bodenschätze,

wenn sie danach dann in der Tiefsee bohren,

bringen sie Tod, Terror und Krätze.

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Angefangen ham sie einst ganz fein,

mit etlichen Indianerstämmen,

die schoss man damals einfach klein,

und ließ dann Pferde drüber rennen.

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So entstand eine Kultur,

basierend auf dem Töten,

doch das in Gottes Namen nur,

und ohne zu erröten.

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Die Tradition vom ‚einfach nehmen’,

die pflegte man fein weiter,

und so quollen aus Staaten wie dem Jemen,

Terroristen wie aus Wunden Eiter.

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Als die gegnerischen Gotteskrieger,

dann schließlich ausholten zum Gegenschlag,

waren erst einmal die Staaten Sieger,

machten sich für den ‚Antiterror-Terror’ stark.

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Sie zerbombten ganz schnell Afghanistan,

denn dort, gäb es viele Terroristen,

manch Geologen ließ man auch hin fahr’n,

um die Bodenschätze aufzulisten.

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Um das Ganze gut zu tarnen,

griff man schnell den Nächsten an,

auch im Irak gab’s kein Erbarmen,

denn Saddam, war ein böser Mann!

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Vom CIA einst etabliert,

musste er dann wohl erst recht schnell sterben,

so hat man neuen Hass fundiert,

Ölquellen gesichert für die Erben…

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Auch heutzutage führt man Kriege,

um andre zu berauben,

doch nennt man das Ganze Ordnungsliebe,

ist’s leichter dran zu glauben!

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Im Moment – so scheint’s fast – scheitert es,

in Afghanistan und durch BP,

in Uganda macht der Terror Stress,

eine Weltmacht schmilzt dahin wie Schnee…

von Carl Knüpfer