Archive for the ‘Schmunzelmacher’ Category

Da mir im Moment leider die Software zur Erstellung der Vorlesungen fehlt, wieder ohne audio Unterstützung:

26. Oktober 2010

Unikum(me(h)r)

 

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Kennt ihr das Gefühl der Sätte,

nach Aufnahme von Neuem Wissen?

Das gibt’s an jeder Bildungsstätte,

serviert oft leider zu verbissen.

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Was nützt Erkenntnis, wenn sie schmerzt,

bringt Wissen reingeprügelt weiter?

Man fragt, ob der Dozent wohl scherzt,

denn so macht lernen gar nicht heiter.

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Doch das Ziel – auch des Studenten –

ist nun mal der Weg dahin

und so hilft’s nicht, wenn wir denken,

dieser Weg der wäre schlimm.

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Bedenkt: Die Aufnahme von Wissen,

ist wie für Mütter die Geburt,

nicht einfach, manchmal echt beschissen,

doch wird für den Erfolg gespurt.

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Für Männer sei hier angemerkt:

Die Geburt ist wahrlich kein Genuss,

wer Kinder kriegt gehört verehrt,

man sagte mir es sei: “Wie’s kacken einer Kokosnuss!”

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Drum drückt euch tapfer durch die Wand von Wissen,

die Erleuchtung, die wird schon noch kommen,

und fühlt ihr euch verloren und beschissen,

freut euch auf sie, sie macht benommen!

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von Carl Knüpfer

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Weiter gehts mit: Der Lustkomplott zum hören auf blau klicken!

18. Juli 2010

Der Lustkomplott

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Sex ist schmutzig aber ehrlich,

Instinkt befreit das Tier in uns,

manchmal wird es dann gefährlich:

Hemmschwellen fallen  in der Brunst.

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So geben wir uns der Wollust hin,

und sind dann meist, kaum noch zu bremsen,

Männer steuern in des Schöpfers Sinn,

mit dem Gehirn – in ihren Schwänzen.

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Frauen stöhnen gar blasphemisch,

schreien: Oh mein Gott, ja!!!

Oder zerkratzen ganz polemisch,

den Gott in ihren Armen gar.

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Nach so stetig eifrigem rein und raus,

kommen wir dann schnell zum Höhepunkt,

ganz plötzlich ist es mit dem Tiere aus,

und wir sind wieder: Mental gesund!

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Das Tier in uns wird weg gesperrt,

so wandert das Gehirn nach oben,

und ham wir uns beim Akt vermehrt,

müssen wir oft uns schnell verloben.

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Die Kunst bei diesem unsrem Akt,

die liegt an der Leine,

mit welcher man sich sein Tier packt,

jeder gezielt das Seine.

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Denn kontrolliert da wird es brav,

und wir vom wilden Tier zum Gott,

Instinkt macht dann den Geist gar scharf:

Innig vereint – beim Lustkomplott!

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von Carl Knüpfer

Herr Mustermann

2. Februar 2010

Herr Mustermann

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Mustermann, so war sein Name,

sah schlicht so aus wie du und ich,

am liebsten hatte er Reklame,

nur die von Toasties mocht er nicht.

Eines Morgens, da stand er auf,

und ging vor der Arbeit noch spazieren,

doch wurd der Gang zum Dauerlauf,

denn er wollt ja schließlich nicht erfieren.

Er umrundete mit seinem Hunde,

den eignen und – dann im Sprint – auch noch den Nachbarblock,

war ein Rekord für diese Runde,

denn auf gemütlich hatte er: Gerade mal so gar kein Bock!

Auf der Arbeit dachte er die ganze Zeit,

schon an das einzig Wahre,

das hatte ihn immer schon vom Stress befreit,

besser als jeder Klare.

Als er dann endlich zu Hause war,

saß dort auch noch die Lieblings-Tante,

und nachdem er in den Kühlschrank sah,

gab er sich schon mal schnell die Kante!

So war sein Tag geprägt wie immer,

mal wieder unangenehm frisch,

doch endete er diesmal schlimmer:

Mit der Tante an seinem Tisch…

von Carl Knüpfer

Flugangst

25. Januar 2010

Flugangst

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Wenn ich in ein Flugzeug steige,

bezwing ich meine Angst,

es ist Vernunft, mit der ich meiner Panik zeige,

hier hat sie ausgetanzt.

Ich klemme mich in eine Reihe

von mordsmäßig engen Sitzen,

prompt kann sich die Angst befreien

und ich fange an zu schwitzen,

ich erwische mich beim Blick durchs Fenster,

such nach Rissen im Getriebe,

stell‘ mir vor, dort spiel’n Gespenster

mit Lebenszeitsand und einem Siebe!

Dann plötzlich brüllen die Turbinen,

das Flugzeug startet durch zum Flug,

ich geb mein Leben ab an die Maschinen

und spüre einen sanften Zug,

nur einen Hauch von Eiseskälte, der schnell an mir vorüberzieht,

mich nur leicht antippt, aus Versehen,

als ob mir der Tod schon mal ein Zeichen gibt,

und kann es auf einmal nicht verstehen,

dass ich mich wieder in so einen Vogel wagte,

ganz und gar nicht überlegt und dumm,

und vor dem Flug gar kaum verzagte,

nach dem Motto: Du kommst da drinnen schon nicht um!

So langsam wird es langsam besser,

das Flugzeug schwebt durch eisge Höhen,

doch kaum kommt das totgekochte Kochvergehen,

schwingt schon der Tod wieder das Messer,

das Flugzeug packen turbulente Böen!

In Gedanken kann ich mich brennen sehen,

schon übermannt mich meine Panik wieder,

Schweißtropfen brechen plätschernd aus,

ich schließ die Augen, trällere Lieder,

doch dann will das tot Gekochte raus

und schon ist’s mit der Fassung aus,

schnell greif‘ ich vor mich an den Sitz,

wo ich die Rettung vermute,

taste bebend, zitternd wie der Blitz,

links nach Tüte, rechts nach Schnute!

Kaum ist es gelungen, das Verbrechen,

landen wir auch schon,

so langsam kann ich auch wieder sprechen,

doch hör ich selbst noch keinen Ton,

denn in Gedanken sehe ich

bereits des Urlaubs nahes Ende,

der Rückflug wartet schon auf mich

und meine feucht geschwitzten Hände……

von Carl Knüpfer

Lauerjäger

20. Januar 2010

Lauerjäger

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Es war ein schöner, ruhiger Abend,

wir sahen fernsehen, wunderschön,

doch, ihr schaut schon ernsthaft fragend,

was ist dann wohl bloß geschehen?

Die Stimmung, die war nicht grandios,

hauptsächlich war es still,

dann gabs nen plötzlichen Windstoß,

einen den keiner will!

Ich sah mich um und roch es schon,

mit meiner feinen Nase,

ich wußt sofort, ich wars gewohnt,

es warn: Menschliche Gase…

Der Gestank der mich umwogte,

der war wirklich schlimm,

als meine Nas es noch erprobte,

sah ich dann auch hin.

Schnell fand ich den Übeltäter,

denn ich saß direkt daneben,

es war ein schamlos fetter Pöter,

der hatte mir den Schuss gegeben.

Schon wollte ich mich lauthals los beschweren,

da sah ich noch genauer hin,

der Übeltäter konnte sich ja gar nicht wehren,

es machte also keinen Sinn.

Er war friedlich eingeschlafen,

und t o t a l entspannt,

und so waren seine Waffen,

ja wohl kaum bemannt.

Ich lächelte, ja lachte laut,

und sah dann weiter fern,

da hatte wer dufte Mist gebaut,

begnadet vor dem Herrn.

So endete der schnöde Abend,

mit einem Witz, nem ollen,

der hatte im Gedärm gebadet,

und schöpfte aus den Vollen!

von Carl Knüpfer

Scharfer Chilischotenschurz

20. Januar 2010

Scharfer Chilischotenschurz

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Klitzekleine Kimmekitzler,

Rauchschwaden röhrend raustrompetend,

sind sanfte Sintflutstinkerspritzer,

dauerdröhnend darum betend,

wehrhaft wahrgenom zu werden,

zischend, zwischen Zwitscherbergen.

Schmerzhaft scharfer Chilischurz,

würzig, wild, und widerlich,

flatternder Flatulenzia Furz,

ehrlich ehrlos: Ekelig!

von Carl Knüpfer

Der Reimeschmierer

19. Januar 2010

Der Reimeschmierer

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Auf einem Baume saß ein Vogel,

der sich selbst am meisten liebte,

sein Gesang klang nach Gemogel,

es war ein schreckliches Gepiepe!

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Auf einem Hocker saß ne Katze,

die sich gerne kräftig leckte,

und so wurd aus Tigerkatze,

– frisch geleckt – eine gescheckte.

***

Auf einer Beere saß ne Biene,

die wollte gerne Honig machen,

nimm statt Beere, Blume Biene,

dann könntest du es vielleicht schaffen!

***

Auf einem Hocker saß ein Oppa,

und es ging ihm selten gut,

doch der Oppa trank gern Moccha,

und das stets aus seinem Hut!

***

Auf einer großen, grünen Wiese,

stand ein kleiner, brauner Baum,

doch, das war daran das fiese,

konnte grün, braun noch nie trauen.

***

So denk ich, wenn ich Verse stopfe,

passt es – oder mach ich mich zunichte,

was geht vor in deinem Kopfe?

Ergibt sie Sinn, diese Geschichte?

***

Was war jetzt hier noch grad das Thema,

ach ich vergaß, es gab ja keins,

doch passt das Ganze voll ins Schema,

des Reimeschierers-Einmaleins.

Von Carl Knüpfer

Völlig bekloppt

18. Januar 2010

Völlig Bekloppt

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Fuchsteufelswilde Fingerfischer,

fangen renitente Rosaplastiktischler,

retten Seepferdchenreitersohlengänger

vor dem Mumienbänderpfänder.

Süßsenfsaurer Sahneklauselschlumpfberserker,

haust im Blaubeerdrachenerdbeerdkerker,

fuchtelt mit Faltenseniorensenfglaszwinger,

vor nem Bildzeitungsschlingermerowinger.

Lachsfarben-grüngelb-Rosaelefant,

kommt lach-trompetend angerannt,

schwingt seinen Riesenrüsselschüsselschlüssel,

bis zum Schwalbenschwanzbanausendörfleindüssel.

Kammerkotzende Kotlettenerdferkelverhimmler,

hängen sich Muschelfurzorchesterwalrossschwester,

ins humanitäre Walfangschlimmedingezimmer,

neben den paläontologischen Joghurtbecherlöffeltester.

Kapriolen grölende Fußballbanausen,

können gern überall Hausen,

wo sonst wirklich keiner wohnt,

ihr wollt ein Beispiel? Auf dem Mond!

von Carl Knüpfer

Voll im Bild(e)

14. Januar 2010

Voll im Bild(e)

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Hört mal her jetzt, kennt ihr den?

Er ist ein wirklicher heller,

ständig sagt er, er kennt wen

und frühstückt gern Nutella.

Politik ist für ihn gar nicht schwer,

ja er hat’s voll kapiert,

denn all unsre Politiker,

ham bei ihm ausrangiert.

Er ist auch stets und voll im Bilde,

ja er weiß immer schon Bescheid,

kennt täglich neue nackte Wilde

und angeblich gar den Wowereit.

Fußball ist für ihn das größte und jetzt muss ich’s erwähn,

für ihn heißt zwar der nächste Meister Bayern,

doch ist er Schalkes größter Schalke-Fan,

und in drei Jahren will er dann mit unserm Felix feiern!

Gestern hat er sich draußen hingesetzt,

da hängt die Thomalla nackt im Garten,

ach was, sagt bloß, ihr wisst es jetzt?

Ihr habt es wirklich schon erraten?

Er kommt  vom Osten, Norden, Westen, Süden,

von der Ruhr, Spree, Mosel und der Weser,

bei ihm wird die Neugier nie ermüden,

denn er ist: Bildzeitungsleser!

von Carl Knüpfer

Knuspertütenkinoterror

14. Januar 2010

Knuspertütenkinoterror

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Ein Flüstern, viel mehr ist es Anfangs nicht,

vielleicht etwas warmer Atem im Gesicht,

Popcorntüten rascheln leise,

auf eine irritierend penetrante Weise,

doch dann beginnt die volle Dröhnung,

nach nur kurzer, leiser Eingewöhnung:

Nachochips sind Knuspereien,

die stets nach Vergeltung schreien,

immer wenn’s grad spannend wird,

wird extra Käse drauf geschmiert.

Die Colabecherschnellaustrinker,

sind alle feige kleine Stinker,

ja diese Angstschweißschwerverbrecher,

schlürfen panisch leer die Becher,

machen dabei Riesenlärm,

und wünschen das sie Zwerge wärn!

Wenn dann auch noch das Licht angeht,

und der Eismann vor mir steht,

dann zögere ich erst gar nicht lange,

von wegen noch die andre Wange,

jetzt heißt es Aug um Aug, und Zahn um Zahn,

jetzt werden Trommelfelder platt gefahren!

Genüsslich lehne ich mich vor,

und Lutsch direkt hinter dem Ohr,

von so nem Popcorntüten-Lautstarkesser

und nem Nachokäse-Knusperfresser,

mit manisch aufgerissnen Augen,

an meinem Eis, ja fange an dezibelös daran zu saugen

und wenn sie schmatzendbös nach hinten gucken,

tu ich schnell so als müsst ich spucken,

und lach sie aus, wenn sie sich ducken!

von Carl Knüpfer