Archive for the ‘leichte Kost’ Category

Weiter gehts mit: Der Lustkomplott zum hören auf blau klicken!

18. Juli 2010

Der Lustkomplott

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Sex ist schmutzig aber ehrlich,

Instinkt befreit das Tier in uns,

manchmal wird es dann gefährlich:

Hemmschwellen fallen  in der Brunst.

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So geben wir uns der Wollust hin,

und sind dann meist, kaum noch zu bremsen,

Männer steuern in des Schöpfers Sinn,

mit dem Gehirn – in ihren Schwänzen.

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Frauen stöhnen gar blasphemisch,

schreien: Oh mein Gott, ja!!!

Oder zerkratzen ganz polemisch,

den Gott in ihren Armen gar.

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Nach so stetig eifrigem rein und raus,

kommen wir dann schnell zum Höhepunkt,

ganz plötzlich ist es mit dem Tiere aus,

und wir sind wieder: Mental gesund!

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Das Tier in uns wird weg gesperrt,

so wandert das Gehirn nach oben,

und ham wir uns beim Akt vermehrt,

müssen wir oft uns schnell verloben.

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Die Kunst bei diesem unsrem Akt,

die liegt an der Leine,

mit welcher man sich sein Tier packt,

jeder gezielt das Seine.

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Denn kontrolliert da wird es brav,

und wir vom wilden Tier zum Gott,

Instinkt macht dann den Geist gar scharf:

Innig vereint – beim Lustkomplott!

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von Carl Knüpfer

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Aus der Gebrauchslyrik, heute etwas über die Liebe:

21. April 2010

Klappe die Elfte

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Liebe. Das ist, so finde ich,

meistens ne schöne Sache,

sich stärkend, tröstend stützt man sich,

und die Liebe, die steht Wache.

Am Anfang ist es wild und heftig,

dann wird es langsam sanfter,

doch bleibt die Liebe dabei mächtig,

und wird – ganz langsam auch – entkrampfter.

Irgendwann kehrt der Alltag ein,

und manch einer verkennt entspannte Ruhe,

ganz egozentrisch und gemein,

für schlichtes „einfach nur verliebt Getue“.

Dabei ist doch jene stille Ruhe,

in dieser unserer lauten Welt,

das Schönste in des Schatzes Truhe,

und wer sie bringt, ein wahrer Held.

So scheitert die Liebe oft,

an dem was sie am schönsten macht,

ganz plötzlich dann und unverhofft,

hat man sie schnellstens weggeschafft.

Entspannt euch doch in Zweisamkeit,

und findet eure zweite Hälfte,

denn sonst ist Einsamkeit nicht weit,

und Liebe geht: „Klappe die Elfte!“

.

von Carl Knüpfer

Flugangst

25. Januar 2010

Flugangst

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Wenn ich in ein Flugzeug steige,

bezwing ich meine Angst,

es ist Vernunft, mit der ich meiner Panik zeige,

hier hat sie ausgetanzt.

Ich klemme mich in eine Reihe

von mordsmäßig engen Sitzen,

prompt kann sich die Angst befreien

und ich fange an zu schwitzen,

ich erwische mich beim Blick durchs Fenster,

such nach Rissen im Getriebe,

stell‘ mir vor, dort spiel’n Gespenster

mit Lebenszeitsand und einem Siebe!

Dann plötzlich brüllen die Turbinen,

das Flugzeug startet durch zum Flug,

ich geb mein Leben ab an die Maschinen

und spüre einen sanften Zug,

nur einen Hauch von Eiseskälte, der schnell an mir vorüberzieht,

mich nur leicht antippt, aus Versehen,

als ob mir der Tod schon mal ein Zeichen gibt,

und kann es auf einmal nicht verstehen,

dass ich mich wieder in so einen Vogel wagte,

ganz und gar nicht überlegt und dumm,

und vor dem Flug gar kaum verzagte,

nach dem Motto: Du kommst da drinnen schon nicht um!

So langsam wird es langsam besser,

das Flugzeug schwebt durch eisge Höhen,

doch kaum kommt das totgekochte Kochvergehen,

schwingt schon der Tod wieder das Messer,

das Flugzeug packen turbulente Böen!

In Gedanken kann ich mich brennen sehen,

schon übermannt mich meine Panik wieder,

Schweißtropfen brechen plätschernd aus,

ich schließ die Augen, trällere Lieder,

doch dann will das tot Gekochte raus

und schon ist’s mit der Fassung aus,

schnell greif‘ ich vor mich an den Sitz,

wo ich die Rettung vermute,

taste bebend, zitternd wie der Blitz,

links nach Tüte, rechts nach Schnute!

Kaum ist es gelungen, das Verbrechen,

landen wir auch schon,

so langsam kann ich auch wieder sprechen,

doch hör ich selbst noch keinen Ton,

denn in Gedanken sehe ich

bereits des Urlaubs nahes Ende,

der Rückflug wartet schon auf mich

und meine feucht geschwitzten Hände……

von Carl Knüpfer

Lauerjäger

20. Januar 2010

Lauerjäger

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Es war ein schöner, ruhiger Abend,

wir sahen fernsehen, wunderschön,

doch, ihr schaut schon ernsthaft fragend,

was ist dann wohl bloß geschehen?

Die Stimmung, die war nicht grandios,

hauptsächlich war es still,

dann gabs nen plötzlichen Windstoß,

einen den keiner will!

Ich sah mich um und roch es schon,

mit meiner feinen Nase,

ich wußt sofort, ich wars gewohnt,

es warn: Menschliche Gase…

Der Gestank der mich umwogte,

der war wirklich schlimm,

als meine Nas es noch erprobte,

sah ich dann auch hin.

Schnell fand ich den Übeltäter,

denn ich saß direkt daneben,

es war ein schamlos fetter Pöter,

der hatte mir den Schuss gegeben.

Schon wollte ich mich lauthals los beschweren,

da sah ich noch genauer hin,

der Übeltäter konnte sich ja gar nicht wehren,

es machte also keinen Sinn.

Er war friedlich eingeschlafen,

und t o t a l entspannt,

und so waren seine Waffen,

ja wohl kaum bemannt.

Ich lächelte, ja lachte laut,

und sah dann weiter fern,

da hatte wer dufte Mist gebaut,

begnadet vor dem Herrn.

So endete der schnöde Abend,

mit einem Witz, nem ollen,

der hatte im Gedärm gebadet,

und schöpfte aus den Vollen!

von Carl Knüpfer

Der Bienenschatz

20. Januar 2010

Der Bienenschatz

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Eine kleine dicke Biene,

flog über eine schöne Blumenwiese,

verzog dabei keine Miene,

und hielt stetig stand der Brise.

Sie steuerte eine blaue, kleine Blüte an,

im Schwirrflug wohl gemerkt,

flog – sachte erst – ganz nah heran,

damit die Konkurrenz es nicht erfährt.

Schließlich landete sie langsam,

und fuhr sofort den Rüssel aus,

blieb dabei aber stets wachsam,

und saugte dann den Nektar raus.

Als sie damit fertig war,

stieß sie sich ab und flog ganz schnell,

bevor sie irgendjemand sah,

zurück ins Bienenstockhotel.

Dort kotzte sie den Nektar,

in eine hexagonale Wabe,

denn – dass wissen wir – so schmeckt er,

vergoren dann nach güldner Gabe.

Mit schön viel Bienenspucke durchgemixt,

nennen wir es Honig,

doch nehmen wir ihn, dann verflixt,

rufen die Bienen: So nich!

Sie stürzen sich im dichten Schwarm,

und mit Stachel spitz nach vorn,

auf den Honigdieb, den sie grad sahen,

und schwirren ihm um seine Ohrn.

So wird der Honig für uns erst recht,

zu einer besonders leckren Sache,

denn es gibt keinen Schatz der wirklich schmeckt,

ohne des Besitzers spitze Rache!

von Carl Knüpfer

Der Reimeschmierer

19. Januar 2010

Der Reimeschmierer

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Auf einem Baume saß ein Vogel,

der sich selbst am meisten liebte,

sein Gesang klang nach Gemogel,

es war ein schreckliches Gepiepe!

***

Auf einem Hocker saß ne Katze,

die sich gerne kräftig leckte,

und so wurd aus Tigerkatze,

– frisch geleckt – eine gescheckte.

***

Auf einer Beere saß ne Biene,

die wollte gerne Honig machen,

nimm statt Beere, Blume Biene,

dann könntest du es vielleicht schaffen!

***

Auf einem Hocker saß ein Oppa,

und es ging ihm selten gut,

doch der Oppa trank gern Moccha,

und das stets aus seinem Hut!

***

Auf einer großen, grünen Wiese,

stand ein kleiner, brauner Baum,

doch, das war daran das fiese,

konnte grün, braun noch nie trauen.

***

So denk ich, wenn ich Verse stopfe,

passt es – oder mach ich mich zunichte,

was geht vor in deinem Kopfe?

Ergibt sie Sinn, diese Geschichte?

***

Was war jetzt hier noch grad das Thema,

ach ich vergaß, es gab ja keins,

doch passt das Ganze voll ins Schema,

des Reimeschierers-Einmaleins.

Von Carl Knüpfer

Voll im Bild(e)

14. Januar 2010

Voll im Bild(e)

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Hört mal her jetzt, kennt ihr den?

Er ist ein wirklicher heller,

ständig sagt er, er kennt wen

und frühstückt gern Nutella.

Politik ist für ihn gar nicht schwer,

ja er hat’s voll kapiert,

denn all unsre Politiker,

ham bei ihm ausrangiert.

Er ist auch stets und voll im Bilde,

ja er weiß immer schon Bescheid,

kennt täglich neue nackte Wilde

und angeblich gar den Wowereit.

Fußball ist für ihn das größte und jetzt muss ich’s erwähn,

für ihn heißt zwar der nächste Meister Bayern,

doch ist er Schalkes größter Schalke-Fan,

und in drei Jahren will er dann mit unserm Felix feiern!

Gestern hat er sich draußen hingesetzt,

da hängt die Thomalla nackt im Garten,

ach was, sagt bloß, ihr wisst es jetzt?

Ihr habt es wirklich schon erraten?

Er kommt  vom Osten, Norden, Westen, Süden,

von der Ruhr, Spree, Mosel und der Weser,

bei ihm wird die Neugier nie ermüden,

denn er ist: Bildzeitungsleser!

von Carl Knüpfer

Gesund, meine Freundin und ich!

14. Januar 2010

Gesund, meine Freundin und ich!

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Ich hab da ma echt ein Problem,

meine Freundin will nen Hund,

warum ich das jetzt hier erwähn?

Gassi gehen ist echt gesund!

Gesund und ich, wir sind im Krieg,

nen Hund und dann noch ein mit Schwänzchen,

ja, das wär für Gesund `n Sieg,

doch hier macht erst ma keiner Männchen!

Ich will nicht länger Grünzeug essen,

meine Freundin, für mich mit,

stattdessen will ich Rindfleisch fressen,

doch dann sagt sie: Igitt!

Tofuburger, Vollkornmehl,

ja, das, dass mag sie gerne,

während ich mich damit in der Küche quäl,

schaut sie in die Ferne.

So, jetzt reicht’s mir aber echt,

mit ihren Haferflocken-Bouletten,

davon wird mir noch mal schlecht,

ja dadrauf würd ich sogar wetten!

Ich weigere mich ab sofort,

auf Sonderwünsche zu achten,

und wenn ihr Magen erst rumort,

wird sie nach meinem Big Mac schmachten!

Achso, der Hund, ja ich vergas,

den kann sie von mir aus haben,

aber dafür muss sie dann,

Gesund und Sojamilch vergraben!

von Carl Knüpfer

Tierische Schnösel

14. Januar 2010

Tierische Schnösel

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Schildkröten, die haben gerne,

wie andere Kriechtiere auch,

ein kleines bischen Extrawärme,

unter ihrem Bauch.

Frösche mögen es feucht fröhlich,

und auch jeder Salamander,

findet es völlig unmöglich,

trocken, unterm Schuh vom Wandrer.

Libellen fliegen ständig gerne,

in Schwindel erregend tiefem Flug,

glitzern dabei wie ferne Sterne,

doch ist das nur Lug und  Trug.

Giraffen mögen nichts viel lieber,

als eine kleine Nuss,

die esse ich auch mal ganz gerne,

leider oft im Überfluss.

Flusspferde lieben Wasserspielchen,

doch nicht in ihrem Ohr,

denn dann werden sie zu fiesen Tierchen

und du siehst dich besser vor.

Strauße können ganze Äpfel, glaub es oder nicht,

in einem Stück verschlingen,

doch auch auf Kot sind sie erpicht,

den muss man ihnen nicht erst bringen.

Schweine stehen völlig auf:

Ein frisch gemachtes Bett!

Ein Bett neben Toilettenecke,

finden sie gar nicht nett.

Sie wohnen in beheizten Häusern,

und kriegen stets das beste Futter,

und wenn sie sich nur leise räuspern,

kommt der Vet, sie zu bemuttern.

So sind die Tiere die wir pflegen,

häufig, oder vielleicht auch immer,

für uns – nicht immer – auch ein Segen,

oft wie Mensch, oder noch schlimmer?

Sie schmücken sich mit mancher Feder,

oder sonstigem Geschmeide,

die meisten aber tragen Leder,

auf ihrem schönen Leibe.

Aber jetzt ist damit hier mal Schluss,

denn langsam reichts, und sind wir ehrlich,

gibt’s nur eins was man noch sagen muß:

Sie sind verwöhnt, doch nicht gefährlich!

von Carl Knüpfer



Immer der Nase nach

13. Januar 2010

Immer der Nase nach

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Es war ein schöner Freitag-Morgen,

ich stellte meine Pläne auf,

ich machte mir echt keine Sorgen,

auf mir stand gute Laune drauf.

Ich ging durch die Welt spazieren

und hörte viele Vögel twittern,

und die Wahrheit ihrer Sorgen,

ließ mich innen drin erzittern.

Ich lief durch einen Tannenwald,

und roch die Pilze, Nadeln, Pflanzen,

ich dachte mir, hier wird man alt,

doch dann, dann roch ich Wanzen.

Es war erst nur ein feiner Hauch,

von ihrem feinen Duft,

Übelkeit entstand in meinen Bauch,

dann sah ich den Schuft.

Es war ein kleines aber schönes

und knallbuntes Insekt,

das hatte mit seinem Duft obszönes

Fluchtinteresse in mir geweckt.

So lief ich also förmlich schnell

und zielstrebig nach Hause,

wickelte mich aus dem Polyesterfell,

und gönnte mir ne Pause.

So träumte ich alleine weiter,

von meiner eignen schönen Welt.

Denn die Echte, macht uns doch nur heiter,

wenn sie der Nase auch gefällt.

von Carl Knüpfer