Archive for the ‘Audiodateien’ Category

Heute wieder etwas Neues, passend zum Wetter:

29. Juli 2010

Nebel

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Weiß mal wieder nicht warum,

doch es geht mir schlecht,

ein Nebel liegt auf mei’m Gemüt.

Meist ertrage ich ihn stumm,

und merke gar nicht recht,

welchen Ärger ich da hüt:

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Die Welt erscheint mir grau zu sein,

das Atmen fällt mir schwer,

zu andren bin ich schnell gemein,

und wehe es gibt Gegenwehr!

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Ich schaue durch den grauen Schleier,

der jedweden Ärger schwer verstärkt,

und bin ein wenig wie ein Geier,

der meistens nur den Tod verehrt.

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Doch keine Angst, ich bin nicht manisch,

nur ein bisschen depressiv,

und wirk ich auch ein wenig panisch,

ist doch der Schleier regressiv!

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Schon Morgen, da bin ich mir sicher,

erstrahlt die Welt in neuem Glanz,

ihr werdet hören wie ich kicher

und dann zeig ich meinen Freudentanz!

von Carl Knüpfer

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Für all die Leute, die uns mit Schatten ihrer Realität zu blenden versuchen!

27. Juli 2010

Platon hat’s wohl kommen sehn

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Rotzlöffelrausposauner aufgepasst,

jetzt sag ich euch mal endlich das,

was alle euch schon immer sagen wollten,

und das so ungeschminkt wie sie es sollten!

Ihr seid verbale Schmierfinken,

haltet euch dabei für schlau,

bringt schreiend Meinungen an die hinken,

und das mit Dudenlotto-Wörterklau.

Wer andere dumm plakatiert,

ist selber nicht viel besser,

– drum werde ich es auch mit euch nicht tun –

doch – Werteschlächter  – aufgepasst,

– und dann doch lieber nicht marschiert –

denn dem Amokläufer mit dem Messer,

–  möge auch er in Frieden ruhen –

habt genau ihr die Welt verhasst gemacht,

so wie es euch grad auch passiert…

Es gibt keinen wirklich guten Grund,

um andere spottend zu verschmähen,

im Ganzen ist es geistig ungesund,

nicht mal aus der  Höhle hinaus zu spähen…

Darum hoffe ich inbrünstig für euch,

und überhaupt für alle Hasser,

dass ihr merkt, dass ihr die Welt verseucht,

wie Leichen das Brunnenwasser!

von Carl Knüpfer

Heute lese ich vor: Flugangst

26. Juli 2010

Flugangst

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Wenn ich in ein Flugzeug steige,

bezwing ich meine Angst,

es ist Vernunft, mit der ich meiner Panik zeige,

hier hat sie ausgetanzt.

Ich klemme mich in eine Reihe

von mordsmäßig engen Sitzen,

prompt kann sich die Angst befreien

und ich fange an zu schwitzen,

ich erwische mich beim Blick durchs Fenster,

such nach Rissen im Getriebe,

stell’ mir vor, dort spiel’n Gespenster

mit Lebenszeitsand und einem Siebe!

Dann plötzlich brüllen die Turbinen,

das Flugzeug startet durch zum Flug,

ich geb mein Leben ab an die Maschinen

und spüre einen sanften Zug,

nur einen Hauch von Eiseskälte, der schnell an mir vorüberzieht,

mich nur leicht antippt, aus Versehen,

als ob mir der Tod schon mal ein Zeichen gibt,

und kann es auf einmal nicht verstehen,

dass ich mich wieder in so einen Vogel wagte,

ganz und gar nicht überlegt und dumm,

und vor dem Flug gar kaum verzagte,

nach dem Motto: Du kommst da drinnen schon nicht um!

So langsam wird es langsam besser,

das Flugzeug schwebt durch eisge Höhen,

doch kaum kommt das totgekochte Kochvergehen,

schwingt schon der Tod wieder das Messer,

das Flugzeug packen turbulente Böen!

In Gedanken kann ich mich brennen sehen,

schon übermannt mich meine Panik wieder,

Schweißtropfen brechen plätschernd aus,

ich schließ die Augen, trällere Lieder,

doch dann will das tot Gekochte raus

und schon ist’s mit der Fassung aus,

schnell greif’ ich vor mich an den Sitz,

wo ich die Rettung vermute,

taste bebend, zitternd wie der Blitz,

links nach Tüte, rechts nach Schnute!

Kaum ist es gelungen, das Verbrechen,

landen wir auch schon,

so langsam kann ich auch wieder sprechen,

doch hör ich selbst noch keinen Ton,

denn in Gedanken sehe ich

bereits des Urlaubs nahes Ende,

der Rückflug wartet schon auf mich

und meine feucht geschwitzten Hände……

von Carl Knüpfer

Heute im Angebot: Heimweh, mit klick auf blau auch für die Ohren!

23. Juli 2010

Heimweh

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Eines denkbar schön erträumten Tages,

ging ich in der Welt spazieren,

es begann am Fenster meines Bades,

dort fing ich an zu sinnieren.

Ich sah blau und weiß und gelbe Sonne,

eine Mücke, Hummel und Vogel,

das Wetter war mir eine Wonne,

so fernab vom Alltagsgejodel.

Nach kurzer, ja sinnlicher Pause,

schwang ich mich ganz schnell in die Lüfte,

doch stieß mich dabei an der Brause,

und prellte mir ganz leicht die Hüfte.

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Bald schon flog ich durchs weite Blau,

und störte mich nicht an dem Schmerz,

genoss die Aussicht, dachte mir: Wow!

Aber die Flügel waren ein Scherz.

Ja, ich war keineswegs ein Falke,

nicht einfach elegant und leicht,

mein Flug glich eher dem vom Alke,

auch für ne Hummel hät’s gereicht.

Das war dann wohl dieser Moment,

wo man glatt schon im Traum erkennt,

dass im Schlaf nur der Körper pennt,

während man geistig weiter rennt.

Ich erwachte schweiß gebadet,

von meinem anstrengenden Flug,

zwar hätte weiterschlafen nicht geschadet,

doch war der Flug ja nur Betrug.

Das Unterbewusstsein rattert stetig weiter,

wie ein Roboter im Standby,

und machen Träume uns auch immer wieder heiter,

ist immer Wahrheit mit dabei.

So dachte ich bei mir im Stillen,

was war wohl mit dem Flug gemeint?

Bin ich zu plump für freien Willen,

sind Geist und ich gar nicht vereint?

Träumen wir nur deshalb vom Fliegen,

weil in den Lüften unsre Seele wohnt,

hat sie sich nur für uns entschieden,

weil sie danach etwas dafür belohnt?

Ja, Träume sind Gedankengänge,

die geh’n wir alle gerne,

doch sind es ganz bekannte Klänge,

vom Heimweh nach der Ferne.

von Carl Knüpfer

Heute mal wieder etwas ernster mit: Schnee von Gestern, natürlich mit Vorlesung!

21. Juli 2010

Schnee von Gestern

Unglaublich Selektive Aggressoren,

führen stets Krieg für Bodenschätze,

wenn sie danach dann in der Tiefsee bohren,

bringen sie Tod, Terror und Krätze.

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Angefangen ham sie einst ganz fein,

mit etlichen Indianerstämmen,

die schoss man damals einfach klein,

und ließ dann Pferde drüber rennen.

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So entstand eine Kultur,

basierend auf dem Töten,

doch das in Gottes Namen nur,

und ohne zu erröten.

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Die Tradition vom ‚einfach nehmen’,

die pflegte man fein weiter,

und so quollen aus Staaten wie dem Jemen,

Terroristen wie aus Wunden Eiter.

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Als die gegnerischen Gotteskrieger,

dann schließlich ausholten zum Gegenschlag,

waren erst einmal die Staaten Sieger,

machten sich für den ‚Antiterror-Terror’ stark.

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Sie zerbombten ganz schnell Afghanistan,

denn dort, gäb es viele Terroristen,

manch Geologen ließ man auch hin fahr’n,

um die Bodenschätze aufzulisten.

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Um das Ganze gut zu tarnen,

griff man schnell den Nächsten an,

auch im Irak gab’s kein Erbarmen,

denn Saddam, war ein böser Mann!

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Vom CIA einst etabliert,

musste er dann wohl erst recht schnell sterben,

so hat man neuen Hass fundiert,

Ölquellen gesichert für die Erben…

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Auch heutzutage führt man Kriege,

um andre zu berauben,

doch nennt man das Ganze Ordnungsliebe,

ist’s leichter dran zu glauben!

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Im Moment – so scheint’s fast – scheitert es,

in Afghanistan und durch BP,

in Uganda macht der Terror Stress,

eine Weltmacht schmilzt dahin wie Schnee…

von Carl Knüpfer

Homage an den Namensgeber, Neuauflage mit Vorlesung

19. Juli 2010

Ornithorhynchus Anatinus

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bekannt als das gemeine Schnabeltier,

legt Eier in selbst gegrabene Höhlenkammern,

meistens drei, manchmal auch vier,

an die sich die Weibchen dann, ca. 10 Tage klammern.

Zum Fressen taucht es gerne unter

Jagt am Grund nach Krebsen und ähnlichem Getier,

und schluckt sie oben dann schnell runter,

mit großem Mund und ner gewissen Gier

Mit seinem großen doch gefühlsbetonten Schnabel,

sucht es den Bodengrund vorsichtig ab,

unter Steinen und versunk’nem Radel,

wird das Versteck von manchem Krebs zum Grab.

Als allerletztes Mittel,

quasi zur Selbstverteidigung,

schleppt es unter seinem braunen Kittel,

giftige Stachel mit sich rum.

Doch auch beim meistens lieben Platypus,

ist nur das Männchen stets bewaffnet,

dem Weibchen bleibt, nur der bekrallte Fuß,

was Gift betrifft, ist es entsaftet.

Wissenschaftler nehmen an,

das Gift dient einzig einem Zweck,

denn die Produktion startet nur dann,

wenn man(n) des Männchens Triebe weckt.

Das Schnabeltier ist so, in mancher Weise,

ein echtes Unikat,

und so gehen viele auf die lange Reise,

um zu sehen, was es zu bieten hat.

Denn Beheimatet, dass ist es nur,

im Süßwasser Australiens,

dort geht es in Flussläufen auf Tour,

und meidet weise: Homo sapiens.

von Carl Knüpfer

Weiter gehts mit: Der Lustkomplott zum hören auf blau klicken!

18. Juli 2010

Der Lustkomplott

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Sex ist schmutzig aber ehrlich,

Instinkt befreit das Tier in uns,

manchmal wird es dann gefährlich:

Hemmschwellen fallen  in der Brunst.

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So geben wir uns der Wollust hin,

und sind dann meist, kaum noch zu bremsen,

Männer steuern in des Schöpfers Sinn,

mit dem Gehirn – in ihren Schwänzen.

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Frauen stöhnen gar blasphemisch,

schreien: Oh mein Gott, ja!!!

Oder zerkratzen ganz polemisch,

den Gott in ihren Armen gar.

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Nach so stetig eifrigem rein und raus,

kommen wir dann schnell zum Höhepunkt,

ganz plötzlich ist es mit dem Tiere aus,

und wir sind wieder: Mental gesund!

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Das Tier in uns wird weg gesperrt,

so wandert das Gehirn nach oben,

und ham wir uns beim Akt vermehrt,

müssen wir oft uns schnell verloben.

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Die Kunst bei diesem unsrem Akt,

die liegt an der Leine,

mit welcher man sich sein Tier packt,

jeder gezielt das Seine.

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Denn kontrolliert da wird es brav,

und wir vom wilden Tier zum Gott,

Instinkt macht dann den Geist gar scharf:

Innig vereint – beim Lustkomplott!

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von Carl Knüpfer

Und weiter gehts, natürlich auch wieder mit Vorlesung in blau!

17. Juli 2010

Die Rückkehr

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Wie eine Ewigkeit vergangen,

wie eine Stunde angefühlt,

als die Buchstaben dann verklangen

wurde auch die Muse weggespült.

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Endlich stumme tiefe Stille,

endlich reiner fester Schlaf.

Doch wo war der freie Wille?

In der Stille – viel zu brav…

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Minimalistische Gedankenblitze

haben nur peripher tangiert,

und so wurd  in der Sommerhitze,

höchstens instinktiv sinniert.

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Mit afrikanischer WM, das Sommerloch gestopft,

für alles andre, keine Zeit,

die Kreativität wie ’ne Drüse zugepfropft,

da ist’s zum Hirntod, nicht mehr weit.

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Doch nun die Rückkehr aus den Schatten,

auf einmal strahlt im Innern Licht,

wie Hunger treibt die magren Ratten,

so treiben meine Gedanken mich…

von Carl Knüpfer

Heute etwas über die Schattenseite des Genusses, wie immer: Wer auf die Überschrift klickt, kriegt was auf die Ohren!

2. Juni 2010

piep piep piep

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Mangochutney, Hirschragout,

Walsnusscreme vielleicht dazu?

Spargelstangen, Artischocken,

Essen kann so richtig rocken!

Schnee-Eier und nen Schweinebraten,

feinstes Gemüse aus dem Garten,

mit Tunfischsteak und Lachstartar,

ja Essen – find ich wunderbar!

Trüffelraspel, gutes Brot,

serviert – für das höchst Gebot,

Steinpilze und Esskastanien,

feinster Schinken gar aus Spanien,

all das sind leckre Delikatessen,

die so viele Menschen gerne essen.

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Auch ich, verschließ mich selten dem Genuss,

gebe mich gerne hin dem Speichelfluss,

vergesse alles drum herum:

Moral? Von wegen, schweig jetzt, stumm!

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Warum nicht das letzte Einhorn essen?

Mit einem zu züchten – wär vermessen,

drum lasst es uns doch schnell genießen,

bevor es die Chinesen schießen!

Zur Vorspeise eine Walflanke,

vom letzten Bär die Vorderpranke,

frisch gerupfte Froschschenkel,

denk nicht dran, mach hin, bestell!

Genieß das Kalbshirn auf dem Teller,

dazu vielleicht nen Appenzeller?

Nein nicht der Käse, nee, der Hund,

auch Tigerpenis ist gesund!

Ich glaub…dort hinten an der Ecke,

gibt’s heut die letzte Weinbergschnecke…

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von Carl Knüpfer

Heute mal wieder was Neues: Genug!

31. Mai 2010

Genug

Zögernd – wie der Rost den Lack – so zerfrisst die eigne Seele,

 Hass und Unzufriedenheit,

und damit ich mich – theoretisch – nicht mehr länger quäle,

hab ich beschlossen: Es wird Zeit!

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Ein Freund, der  ist bereits zerfressen,

verblasst soeben grad im Nichts,

er trinkt zuviel, anstatt zu essen,

ist ständig Gast eines Gerichts.

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Konstant nur meckern, motzen und drohen,

anders kennt man ihn noch kaum,

so pflegt er ’nen Hass, ’nen wahrlich rohen,

Freude – kennt er nur im Traum.

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Er schimpft auf Menschen, Staat und Schimpfen,

widersetzt sich einfach jeder Norm,

dagegen kann ihn keiner impfen,

denn jeder Stich, treibt ihn nach vorn.

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Um ihm zu helfen müsste man,

die Welt um ihn vergessen machen,

und da man das nicht einfach kann,

wird Hass den Guten wohl bald schaffen…

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Damit es mir nicht auch passiert,

hab ich meinem Hass nun abgeschwor’n,

bevor mir der Rost das Haupt rasiert,

verschließ ich dann doch lieber meine Ohr’n!

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von Carl Knüpfer